News Reiner Kurps - Bonsai im Norden

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Bericht Reiner Kurps




....... nach 8 Jahren war es endlich soweit :

am Wochenende vom 26.9-29.9.2015  war die Abschlussprüfung der Bonsaischule zum
zertifizierten Bonsailehrer bei der Scoula de Arte" // "Artdesign Bonsaischule".


Ich hatte das Glück, bei 2 japanischen Bonsaimeistern deren persönliche Einstellungen

zum Thema Bonsai kennen zu lernen.Mein erster Ausbilder war Meister Ando (Japan),

Schüler der Hamano-Schule.  Er ist kein professioneller Händler, sondern

leidenschaftlicher Sammler und Juror der wichtigsten japanischen Ausstellungen.


Nach 6 Jahren wechselte der Schulträger und der japanische Meister. Ab jetzt übernahm

Meister Katagiri die Ausbildung.Er ist Autodidakt und Sammler mit Vorzug Hemlocktanne.

Nach mehreren Jahren wechselte er dann in den Profibereich und wurde Händler und

anerkannter Bonsaigestalter. Heute betreibt er eine eigene Baumschule, in der er Kundenbäume

pflegt und für die grossen  japanischen Bonsaiausstellungen vorbereitet.


Somit hatte ich das Glück die gesamte Bandbreite kennen zu lernen und mein

bisheriges Wissen zu erweitern.



Die Prüfung bestand aus 2 Teilen.


Teil 1: Präsentation in einer Tokonoma.

Hier wollte ich eine Shohinpräsentation aufstellen. Leider hatte der Top- Baum,

eine Kiefer, die ich für die Ausstellung vorbereitet hatte, im oberen Bereich im

Sommer einen kleinen Unfall im Garten und die Schale ist zerbrochen.

Nun musste Ersatz her. Mit Hilfe guter Freunde war das aber kein Problem und ich

konnte mich kurzfristig für einen Laubbaum entscheiden.

Die Präsentation wurde mit  einer jeweils unterschiedlichen Anzahl der

Bäume aufgestellt. Mir persönlich gefällt das minimalistische besser.




Teil 2: von Rohware zum Bonsai (Erstgestaltung)

Bearbeitet habe ich einen alten Wacholder, der seit einigen Jahren von der Auflösung

einer Bonsaisammlung bei mir stand.




Es ging ihm zwischendurch durch die Vernachlässigung dort auch im Wurzelbereich

und Stamm-Shari sehr schlecht, nun war er wieder zu Kräften gekommen

und ich konnte ihn gestalten.



Bei der Besprechung nach der Prüfung sagte der Meister mir, er hätte nicht
gedacht, dass ein so schönen Baum entstehen würde.
Viele lange Äste hätte ich geschickt gelegt.



Sein Urteil:
Ich habe einen guten Weg gewählt für eine gute Bonsaizukunft.
Zu Schluss gab er mir noch ein paar Tipps mit auf den Weg für die
weitere Pflege und die Schalenauswahl.







Die Geschichte meines Prüfungsbaumes.



Der Baum kam aus eine  Auflösung einer Bonsaisammlung aus Frankfurt und war dann
1 Jahr bei mir zum "kennen lernen". Ich habe mich gewundert, warum der Baum im
ersten Frühjahr bei mit im Garten einen so schlechten neuen Ausstrieb bekam.

Bei einer genaueren Analyse viel mir auf, dass viele Äste im oberen Bereich abgestorben
waren und nur noch kleine Aststummel zu sehen waren. Diese waren dann auch noch die
Ursache für den Rückgang der Saftbahnen. Ein Nachteil war ebenfalls das wichtige
Äste für die Gestaltung bei allzu starker Biegung zu brechen drohten, b.z.w.
schon angebrochen waren.
Für die Gestaltung eher schlechtes Omen. Ziel der nächsten Jahre war, die Bildung
von neuen Saftbahnen durch Wachstum.Weitere 2 Jahre wurden investiert, um den
Baum zu stärken. Die Zeit wurde genutzt, um dem Wurzelballen zu sanieren.
Die abgestorbenen Äste hatten für das Absterben einiger Wurzeln im Wurzelbereich
gesorgt. Auch das Totholz im Wurzelbereich fing stark an zu faulen. Hier musste
zusätzliche Zeit für geeignete Abhilfe mit geeigneten Mitteln berechnet werden.
Das geht aber nur beim Umtopfen. Hier muss man innerhalb kürzester Zeit Entscheiden
und Handeln.Wurzeln können nicht lange ungeschützt an der Luft bleiben ohne weitere
Schädigungen im Wurzelwerk zu riskieren. Als das Wurzelsterben und das verrottende
Totholz im unteren Stammbereich aufgehalten wurde, war der Baum 2015 bereit zur
ersten Gestaltung in Richtung Bonsai.


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