Bericht Reiner Kurps
Der Bonsaigesprächskreis Kiel und Umgebung wurden vom jap. Konsulat in Hamburg eingeladen, am 04.06.2016 zum 25. Jubiläum des Japan Festivals in Hamburg einige Bäume auszustellen. Ausstellungsort war das Asien-Afrika-Haus der Hamburger Uni. Zwischen 9.30 Uhr und 12.00 Uhr mussten wir aufbauen. Also einen durchschnittlichen Vorlesungsraum umräumen und in einen passenden Rahmen für die Ausstellung unserer Bäume verwandeln. Tische her richten, Bäume aufstellen, Arbeitsecke für Demo einrichten und die Bäume korrekt beschildern. Pünktlich zum Beginn des Festivals war alles mit viel Spaß erledigt.
Schon während des Aufstellens der Bäume kamen die ersten Besucher. Ob nun studentische Hilfskräfte oder der Fagott-Spieler des japanischen Orchesters, alle zeigten reges Interesse an den kleinen Bäumen und bestaunten jeden neuen Baum, der auf den Tischen aufgebaut wurde.
Nach der offiziellen Eröffnung des Japan Festivals erhielten wir einen stetigen Zustrom von Besuchern. Aus der japanischen Gemeinde kamen eher ältere Leute, die die Bäume größtenteils schweigend betrachteten und schon mal auf den Stühlen vor den Ausstellungstischen länger verweilten. Die Mehrheit der restlichen Besucher waren jüngere Leute. Zuerst wurde geschaut, dann mit dem Handy fotografiert. Viele von ihnen suchten auch gleich einen Ansprechpartner für ihre Fragen.
Es wurden entweder spezifische Fragen zu den ausgestellten Bäumen gestellt oder zum Thema " Wie macht man eigentlich einen Bonsai?". Kompetente Antworten dazu gab es in unserer Demo-Ecke. Dort konnten die Besucher nicht nur zu sehen wie eine "normale" Mädchenkiefer aus dem Gartenmarkt zu einem Bonsai wird, sondern hier wurden auch alle anderen Fragen zum Thema Bonsai beantwortet.
Wir teilten den Raum mit einer japanischen Ikebana-Meisterin. Auch ihr gefielen unsere Bäume sehr gut. Besonders mochte
sie unseren "eigenen Stil", wie sie es nannte. Die Bäume die wir ausstellten, unterschieden sich ihrer Meinung in der Gestaltung von den Bäumen japanischer Ausstellungen. Dabei bezog sie sich nicht nur auf die Tatsache, dass wir europäisches Material bearbeiten, sondern ihr fiel besonders auf, dass wir gestalterisch weniger rigide vorgehen. Obwohl wir prinzipiell die Regeln japanischer Bonsai-Kunst befolgen, brechen wir sie doch ein wenig. In ihren Augen ist so eine ganz eigene, aus Japan beeinflusste, europäische Bonsai-Kultur entstanden.
Um 18 Uhr schloss das Japan Festival und nach einem relativ schnellen Abbau sind wir mit dem Eindruck nach Hause gefahren, dass wir unser Hobby dem einen oder anderen Besucher näher bringen konnten.